20.04.2017

Pädagogische Mitteilung

Abschlussbericht zum „Bilingualen Kindergarten“ im Kelmiser Athenäum liegt vor

Zweisprachiger Kindergarten von Erfolg gekrönt: Lesen Sie die Ergebnisse!

Das Pilotprojekt wurde zwei Jahre lang intensiv vorbereitet. Der endgültige Startschuss für den zweisprachigen Kindergarten am César-Franck-Athenäum fiel dann im Schuljahr 2011-2012. Das Fazit: Mehrsprachigkeit in der Schule lohnt sich.

Wissenschaftlich unter die Lupe genommen und analysiert

Mehrsprachigkeit ist keineswegs eine ungewöhnliche Ausnahme, sondern das natürliche Potenzial eines jeden Menschen.

Von Anfang an begleiteten und berieten ein Sprachwissenschaftler und die Schulinspektion die Initiative. Außerdem erfolgte eine externe Auswertung: Frau Professor Nele McElvany vom Institut für Schulentwicklungsforschung der Technischen Universität Dortmund prüfte wissenschaftlich, wie wirksam das System war.

Der Abschlussbericht dieser externen Evaluation liegt seit September 2016 vor. Der Ausschuss III des Parlamentes erhielt auch diese Ergebnisse. Diese können Sie in der PowerPointPräsentation im Downloadbereich nachlesen.

Die Bericht bestätigt den Mehrwert dieses Projekts für Schüler

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Beispielsweise gewannen beide Gruppen – Deutsch und Französisch – an Sprachkompetenz. Einen zweisprachigen Kindergarten zu besuchen, wirkte sich bei den Kindern positiv auf die sprachliche Entwicklung zwischen Kindergarteneintritt und Grundschulübergang aus.

Subjektiv stellte das Kollegium der Grundschule des César-Franck-Athenäums das Gelingen bereits in der täglichen Arbeit fest. Schon nach circa zwei Schuljahren stand für Eltern und Kindergärtner fest: Eine Weiterführung in der Primarschule ist wünschenswert. Die ersten Schüler, die den bilingualen Kindergarten besucht hatten, wurden im September 2015 eingeschult.

Allerdings erkannten die Pädagogen vor Ort, dass dieses Projekt über diese erste Pilotphase hinaus nur nachhaltig erfolgreich sein kann, wenn das Modell ständig weiterentwickelt wird. Um diese Qualitätssicherung und -steigerung zu gewährleisten, müssen immer wieder verbindliche und wissenschaftlich fundierte Absprachen getroffen werden.

Jede Schule kann eigene Sprachprojekte starten

“Angesichts der geeigneten Umgebung sind zwei Sprachen so normal wie zwei Lungen.“

(Cook 2002:23)

Der rechtliche Rahmen steht, damit alle Grundschulen in Ostbelgien Pilotprojekte initiieren können, um die erste Fremdsprache zu stärken. Die Bedingungen sind im „Dekret zur Vermittlung und zum Gebrauch der Sprachen im Unterrichtswesen vom 19.04.2004“ verankert. Die gesetzliche Grundlage ermöglicht, dass diese Projekte in der Primarschule weiterlaufen können.

Denn Mehrsprachigkeit ist fester Bestandteil unseres Alltags in Ostbelgien. Wir legen Wert darauf, unseren Kindern schon früh die erste Fremdsprache beizubringen. Dadurch haben unsere Schüler beste Chancen und können sich überall – ob in Lüttich, Aachen oder Maastricht – einen Studien-, Ausbildungs- oder Arbeitsplatz suchen. So werden unsere „Kids“ zu „kleinen Kosmopoliten“, denen die Welt offensteht.