20/4/2020

Pädagogische Mitteilung

Am 15. April verlängerte der Nationale Sicherheitsrat die Maßnahmen bis zum 3. Mai

Corona-Maßnahmen verlängert: Was bedeutet das für die Primarschulen?

In Ostbelgien hat man sich auf dieses Szenario vorbereitet: Der Unterricht in den Schulen wird weiter ausgesetzt. Der Fernunterricht wird angepasst. Die Prüfungen in den Grundschulen entfallen.

Ab dem 20. April wird im Fernunterricht von ‚Wiederholungsarbeiten‘ auf die Vermittlung von neuen Kompetenzen umgesattelt. Die Schulen werden sich nicht mehr darauf beschränken, bereits erworbene Kompetenzen zu festigen. Sie werden die Schüler der Primar- und Sekundarschulen langsam an neue Kompetenzen und Inhaltskontexte heranführen. Dabei ist der Fernunterricht kein Ersatz für den Unterricht in der Schule, sondern dient als Vorbereitung, um den Unterricht wieder aufzunehmen.

  • In einem ersten Schritt entwickeln die Schüler zu Hause eigenständig neue Kompetenzen. Dazu erhalten sie von ihren Lehrern Arbeitsaufträge und Materialien. Diese werden den Schülern digital oder auf Papier zur Verfügung gestellt. Die Lehrer bemühen sich, die Schüler aus der Ferne möglichst aktiv in ihrem Lernprozess zu begleiten.
  • In einem zweiten Schritt – nach der Wiederaufnahme des regulären Unterrichts in diesem oder im kommenden Schuljahr – werden die Lehrer diese Kompetenzen und Inhaltskontexte mit den Schülern im Klassenzimmer aufarbeiten. Durch das sogenannte pre-teaching soll die verlorene Unterrichtszeit später schneller aufgeholt werden.

Man kann nicht davon ausgehen, dass alle Schüler zu Hause die gleiche Unterstützung erhalten. Deshalb kommt es mehr denn je auf die Differenzierung an - sowohl im Fernunterricht als auch nach der Wiederaufnahme des Unterrichts in der Schule. Die Lehrer bemühen sich, die individuellen Bedürfnisse der Schüler zu berücksichtigen und insbesondere benachteiligte Schüler zu unterstützen. Das ist schon im regulären Unterricht keine leichte Aufgabe, unter den jetzigen Umständen ist es eine besondere Herausforderung.

Kommunikation zwischen Schule und Eltern

Die Eltern sind zurzeit einer besonderen Belastung ausgesetzt. Sie müssen ihre Kinder unter schwierigen Bedingungen zu Hause betreuen, ihnen in ihrer schulischen Arbeit zur Seite stehen und gleichzeitig familiären und/oder beruflichen Verpflichtungen nachkommen. Das stellt eine enorme Belastung dar, insbesondere für berufstätige Eltern und Eltern mit mehreren Kindern.

Die Schulen sollen die Zeit, die Eltern für die schulische Arbeit ihrer Kinder aufwenden müssen, auf ein Minimum beschränken. Denn es ist nicht die Aufgabe der Eltern, den Unterricht stellvertretend zu erteilen. Sie sollen die Schulen in ihren Bemühungen unterstützen, indem sie eine Arbeitsumgebung schaffen, die es den Kindern ermöglicht, im Fernunterricht zu lernen. Die zusätzliche Belastung für Familien soll so gering wie nur möglich bleiben.

Die Kommunikation zwischen Eltern und Lehrern ist in der aktuellen Situation wichtiger denn je. Die Eltern werden daher gebeten, sich vertrauensvoll an Ihre Schule zu wenden, wenn Sie Schwierigkeiten mit dem Fernunterricht oder Fragen haben.

Weiterer Verlauf des Schuljahres

Wie es nach dem 3. Mai weitergehen wird, ist zurzeit noch unklar. Der Nationale Sicherheitsrat wird am 24. April darüber befinden.

Falls der Unterricht noch dieses Schuljahr wieder aufgenommen wird, gilt für Primarschulen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft:

  • Die verbleibende Zeit soll dann nicht mit (Vorbereitungen auf) Prüfungen verbracht, sondern bestmöglich für den Unterricht genutzt werden. Sollte der Nationale Sicherheitsrat entscheiden, dass der Unterricht wieder aufgenommen wird, werden in den ostbelgischen Primarschulen daher keine Prüfungen organisiert.
  • Den Schülern sollen durch den Unterrichtsausfall keine Nachteile entstehen. Sie haben kostbare Unterrichtszeit verloren. Wichtiger als die Leistungsermittlung ist momentan das Lernen. Aus diesem Grund entfallen die Prüfungen in den Primarschulen und der Unterricht wird bis zum Ende des Schuljahres fortgeführt.
  • Im Juni-Zeugnis werden ausschließlich die Leistungen bewertet, die die Primarschüler seit der Vergabe des letzten Zeugnisses in der Schule erbracht haben – also vor und/oder nach der Aussetzung des Unterrichts. Es werden also nur die Kompetenzen bewertet, die im Unterricht in der Schule vermittelt wurden.

Diese Woche treffen sich die belgischen Bildungsminister, um sich über die Modalitäten einer schrittweisen Öffnung der Schulen auszutauschen. In letzter Instanz muss der Nationale Sicherheitsrat entscheiden, wie es nach dem 3. Mai weitergeht.

Weiterführende Informationen

Die Eltern erhalten in den kommenden Tagen über die Schulen einen Brief des Bildungsministers. In dem Schreiben informiert er über den Fernunterricht und den weiteren Verlauf des Schuljahres. Den Brief finden Sie auch im Download-Bereich.

Die Lehrer finden alle relevanten Informationen im FAQ: www.ostbelgienbildung.be/coronavirus

 

Das Dokument wird fortlaufend aktualisiert und vervollständigt.