Studienbeihilfen Sekundar

Studienbeihilfen

Reguläre Schüler, die eine Sekundarschule in der Deutschsprachigen Gemeinschaft besuchen, haben Anrecht auf eine Studienbeihilfe der Deutschsprachigen Gemeinschaft, wenn die Einkünfte der Personen, die für ihren Unterhalt aufkommen, einen bestimmten Rahmen nicht übersteigen. Die Beihilfen stehen belgischen Schülern zu, die an Unterrichtsanstalten studieren, die in der Deutschsprachigen Gemeinschaft liegen und vom Staat organisiert, subventioniert oder anerkannt sind.

Reguläre Schüler, die nicht die belgische Staatsangehörigkeit besitzen, aber in Belgien wohnen und eine der besagten Unterrichtsanstalten besuchen, können ebenfalls eine Studienbeihilfe beantragen, wenn sie:

  • Kind einer Person sind, die in Belgien beschäftigt ist oder gewesen ist und während mindestens eines Jahres Beiträge an das Landesamt für Soziale Sicherheit geleistet hat;

oder

  • zu dem Zeitpunkt, an dem die Anträge eingereicht werden müssen, von der belgischen Delegation des Hohen UNO-Kommissariats für Flüchtlinge als politische Flüchtlinge anerkannt sind;

oder

  • ab dem Datum, an dem die Anträge eingereicht werden müssen, seit mindestens fünf Jahren mit ihrer Familie in Belgien wohnen.

Besucht der Schüler eine Sekundarschule in der Französischen Gemeinschaft, erhält er eine Studienbeihilfe von der zuständigen Dienststelle in der Französischen Gemeinschaft.

Der Antrag muss bis zum 31. Oktober des jeweiligen Schuljahres per Einschreiben eingereicht werden.

Bedingungen finanzieller Art

Den Anträgen auf Studienbeihilfe wird nur stattgegeben, wenn das Haushaltseinkommen eine festgelegte Grenze nicht überschreitet. Für die Studienbeihilfen für das Jahr 2017-2018 gelten folgende Höchstgrenzen:

 

Personen zu Lasten Höchstgrenzen des Haushaltseinkommens
(global steuerbares Einkommen
und getrennt steuerbares Einkommen)
Steuerjahr 2016 – Einkünfte 2015

0

11.302,55 €

1

19.376,81 €

2

25.836,83 €

3

31.890,85 €

4

37.542,13 €

5

42.790,72 €

6 und mehr

+ 5.248,59 €/Person

Zur Berechnung der Personen zu Lasten wird die Anzahl der Personen zu Lasten, die auf dem Steuerbescheid vermerkt sind, berücksichtigt. Für alle Antragsteller, die verheiratet, verwitwet oder alleinerziehend mit Kindern zu Lasten sind, wird eine zusätzliche Person zu Lasten hinzugezählt.
Alle Personen, deren Behinderungen mindestens 66 % beträgt, werden doppelt gezählt.

Wenn sich eine Familie seit 2016 in einer besonderen finanziellen Situation befindet, kann eine pauschale Beihilfe ausgezahlt werden, bevor die tatsächlichen Einkommen überprüft werden. Einkommensverringerung durch Todesfall in der Familie, Pensionierung, Scheidung, Trennung, Verlust der Hauptarbeitsstelle oder Krankheit von mehr als 30 Tagen sind beispielsweise Fälle, in denen für die Berechnung der Studienbeihilfe andere Einkommen als die des Jahres 2015 in Betracht gezogen werden können.

Rückzahlung

In einigen Fällen kann die Studienbeihilfe ganz oder teilweise zurückgefordert werden, z. B. bei

  • Erhalt der Beihilfe auf betrügerischem Wege,
  • unregelmäßigem Schulbesuch,
  • Abwesenheit bei Prüfungen (auch zweite Sitzung),
  • Studienabbruch.

Gesetzliche Grundlagen

  • Dekret vom 26. Juni 1986 über die Gewährung von Studienbeihilfen
  • Erlass vom 5. Dezember 1986 zur Ausführung bestimmter Artikel des Dekretes vom 26. Juni 1986 über die Gewährung von Studienbeihilfen
  • Erlass vom 27. September 1995 bezüglich des Anrechts auf Studienbeihilfen und ihres Betrages