Austauschprojekte

Primar- und Sekundarschulen

Primar- und Sekundarschulen (allgemeinbildender, beruflicher und technischer Sekundarschulunterricht) werden aufgerufen, Austauschprojekte mit Schulen aus den anderen Gemeinschaften Belgiens durchzuführen. Möglich ist dies in zwei- und dreisprachiger Form. Ziel ist die Vertiefung der Sprachenkenntnisse sowie die Erweiterung des kulturellen Horizonts der teilnehmenden Schüler.

Bedingungen

Logo Prinz Philippe Fonds

Ein Projekt wird immer von mindestens zwei Schulen getragen:

  • einer französischsprachigen und einer flämischsprachigen Schule,
  • einer französischsprachigen und einer deutschsprachigen Schule
  • oder einer flämischsprachigen und einer deutschsprachigen Schule.

Die Projekte können sowohl Schüler, Lehrpersonen als auch Schulleiter betreffen.

1. Schüler

  • Der Prinz-Philippe-Fonds erteilt einen Förderbetrag für Austauschprojekte zwischen Klassen aus den drei Gemeinschaften Belgiens. Alle Schüler der betreffenden Klasse müssen am Austausch teilnehmen.
    Die Begegnung der Schüler findet an mindestens einem ganzen Tag in jeder teilnehmenden Gemeinschaft statt.
    NB: Der Prinz-Philippe-Fonds hat vor kurzem eine Bewertung der Austauschprojekte unter Schulen durchgeführt. Daraus geht u.a. hervor: Je mehr Begegnungstage, desto größer die Auswirkung des Projekts.
  • Die Schulen wählen ein gemeinsames Thema und tauschen Material, Erfahrungen, Gedanken usw. dazu aus. Bei der Begegnung arbeiten die Schüler an einem gemeinsamen ‚Endprodukt’. Schwerpunkt dieses Austauschprojektes ist das gemeinsame Handeln und Ausführen.
  • Das Projekt wird nach Möglichkeit auf der Grundlage der Schlüsselkompetenzen ausgeführt.

2. Schulleiter und Lehrpersonen

Eine Schule kann sich auch für die Realisierung eines Projekts entscheiden, das ausschließlich die Schulleiter und Lehrpersonen betrifft und diesen die Möglichkeit bietet, die konkreten Arbeitsbedingungen in einer Schule der anderen Gemeinschaft zu erleben.
Dieses Projekt kann z.B. zur Entdeckung innovativer Praktiken und zur Anregung zu deren späterer Umsetzung in der Heimatschule sowie zum Unterrichten in einer Schule der anderen Gemeinschaft beitragen.
Diese Form von Zusammenarbeit muss auf Gegenseitigkeit beruhen; die Schulleiter oder bestimmte Lehrpersonen beider Schulen verbringen eine gewisse Zeit in der jeweiligen Partnerschule.
NB: Ein Projekt kann auch Schüler, Lehrpersonen und Schulleiter betreffen.

Finanzielle Unterstützung

Je nach Art des Projekts belaufen sich die pauschalen Förderbeträge auf 500 bis 2 500 EUR.

Die Jury legt den genauen Förderbetrag je nach Art und Wichtigkeit des Projekts und der damit verbundenen Kosten fest: Anzahl der Begegnungstage, eventuelle Übernachtungen in der anderen Gemeinschaft, Anzahl der betroffenen Schüler, Entfernung zwischen beiden Schulen.

Der Antrag wird immer im Namen einer einzigen Schule eingereicht.

In allen Fällen wird der Betrag auf das Konto der den Antrag stellenden Schule überwiesen, auch wenn er für beide Schulen bestimmt ist. Beide Schulen teilen sich anschließend den Förderbetrag. Die Auszahlung des Förderbetrags erfolgt ca. vier Wochen nach Unterzeichnung der Vereinbarung.

Auswahlkriterien

Bei der Auswahl berücksichtigt die Jury in erster Linie folgende Kriterien:

  • die Zahl der effektiven Begegnungstage,
  • die Zahl der betroffenen Schüler,
  • die Qualität des Projekts,
  • die Originalität des Projekts,
  • die Planung des Projekts,
  • die Qualität der geplanten Vorbereitung und Verlaufskontrolle.

Die Jury wird für Schulen, denen in der Vergangenheit bereits mehrmals eine finanzielle Unterstützung gewährt wurde, strenge Kriterien anwenden.

Zeitplan

Der Fonds organisiert ein Auswahlverfahren pro Jahr.
Stichtag für den Eingang der Bewerbungsunterlagen ist ein Datum im September jedes Jahres.

Die Umsetzung der Projekte darf erst nach der Entscheidung der Jury beginnen, d.h. maximal 6 Wochen nach dem Stichtag für den Eingang der Bewerbungsunterlagen. Die Projektausführung kann sich über ein oder zwei Schuljahre erstrecken (also von November 2009 bis einschließlich Juni 2011).

Bewerbung

Die Bewerbungsunterlagen werden von beiden Schulen gemeinsam ausgefüllt, aber nur von einer Schule eingereicht. Die den Antrag stellende Schule erhält die finanzielle Unterstützung.
Die Unterlagen können auf Niederländisch, Französisch oder Deutsch ausgefüllt werden.
 
Das Bewerbungsformular ist auf der Internetseite und beim Kontaktzentrum der König-Baudouin-Stiftung verfügbar.

Für allgemeine Fragen können Sie sich an das Kontaktzentrum der König-Baudouin-Stiftung wenden, für spezifische Fragen setzen Sie sich bitte mit Frau Greet Massart in Verbindung.

Hochschulwesen

1. Studenten

Der Prinz-Philippe-Fonds fördert gemeinsame Initiativen französisch-, niederländisch- und deutschsprachiger Hochschulen und Universitäten Belgiens.
Mit einem zeitlich begrenzten Aufenthalt an einer Hochschule oder Universität in einer anderen Region des Landes lernen die Studenten den Hintergrund des anderen besser kennen und achten. Sie erleben eine vertraute und doch andere Kultur, vertiefen ihre Kenntnisse der anderen Sprache und knüpfen bleibende Kontakte jenseits der Sprachgrenze. So eröffnet das Projekt neue Perspektiven für ein besseres Verständnis zwischen den Einwohnern der drei verschiedenen Gemeinschaften.

Bedingungen

  • Die Studenten müssen an fünf Tagen ein Zusammenarbeitsprojekt mit den Studenten aus einer oder zwei der anderen Gemeinschaften des Landes erarbeiten. Diese fünf Tage können über das akademische Jahr verteilt werden. Die Begegnungen können außerdem an verschiedenen Orten in Belgien stattfinden.
  • Der Austausch erfolgt zwischen Hochschulen und Universitäten aus mindestens zwei der drei Gemeinschaften Belgiens. Ein Austausch zwischen drei Hochschulen oder Universitäten aus jeweils einer der drei Gemeinschaften ist ebenfalls möglich.
  • Ein beidseitiger Austausch ist nicht Pflicht, wäre jedoch interessant.
  • Pro Hochschule oder Universität müssen mindestens fünf Studenten teilnehmen, und die Gruppen müssen nach Möglichkeit gleich zusammengesetzt sein.
  • Die Projekte müssen auf innovativen Methoden beruhen. Deswegen erhalten fachübergreifende Projekte, Small-Business-Projekte und gemeinsame Studien Vorrang, da sie die Gruppenarbeit über die Gemeinschaftsgrenzen hinaus fördern.
  • Die unabhängige Jury gibt Projekten mit einem fachübergreifenden Ansatz den Vorzug. Vor allem die Gruppenarbeit, bei der die Studenten gemeinsam Produkte entwickeln, wird vorrangig behandelt.
  • Neben der Bildungszusammenarbeit muss der Schwerpunkt auf sozialen Aktivitäten, der Förderung der drei Landessprachen und dem Kennenlernen der anderen Gemeinschaften im Rahmen von Besichtigungen in Betrieben oder Einrichtungen liegen.

Die Partnereinrichtungen legen gemeinsam fest, welche Aktivitäten im Zuge des Austausches (davor, danach und währenddessen) stattfinden. Natürlich ist es Sinn und Zweck, dass die Teilnehmer sich mit der Sprache und Kultur der Gastgemeinschaft vertraut machen.
Dazu ist ein Zusammenarbeitsprojekt hervorragend geeignet. Bevorzugt werden deshalb alle Austauschprojekte, die auf einer innovativen Zusammenarbeitsmethode beruhen, gemeinsame Untersuchungen über ein fachübergreifendes Projekt, über Small Business-Projekte, Miniunternehmen oder sonstige Unterrichtsformen betreiben und den Nachdruck auf begleitetes Lernen in Gruppen legen.

Finanzielle Unterstützung

  • Für jedes ausgewählte Projekt legt die Jury die Höhe der finanziellen Unterstützung fest. Die Beträge schwanken zwischen 1 500 und 5 000 EUR.
  • Der Prinz-Philippe-Fonds überweist den Stipendiumsbetrag auf das Konto der den Antrag stellenden Einrichtung.
  • Alle Hochschulen und Universitäten oder deren Abteilungen können einen Studentenaustausch mit einer Hochschule oder Universität aus einer der beiden anderen Gemeinschaften beantragen.

Einreichen der Bewerbungsunterlagen

Die Bewerbungsunterlagen sind beim Kontaktzentrum der König-Baudouin-Stiftung und auf der Internetseite des Prinz-Philippe-Fonds erhältlich.

  • Die Bewerbungsunterlagen können von beiden Einrichtungen gemeinsam ausgefüllt werden, aber sie sind lediglich von einer Einrichtung einzureichen. Die den Antrag stellende Einrichtung erhält die finanzielle Unterstützung.
  • Die Unterlagen können auf Niederländisch, Französisch oder Deutsch ausgefüllt werden.

Um eine finanzielle Unterstützung zu bekommen, müssen die eingereichten Projekte in der Regel folgende Kriterien erfüllen:

  • Gewährleistung der Qualität und Vielseitigkeit des ausgearbeiteten Programms/Materials
  • Einplanung deutlicher Begegnungsmomente zwischen den Hochschul- oder Universitätsstudenten, Lektoren, Dozenten oder Professoren aus den verschiedenen Gemeinschaften
  •  Gewährleistung der Qualität der geplanten Vorbereitung und Verfolgung
  • Gewährleistung der Verhältnismäßigkeit zwischen den Zielsetzungen und den Mitteln
  • Berücksichtigung eines innovativen pädagogischen Ansatzes
  • Gewährleistung lückenloser Angaben

Sobald die Entscheidung gefallen ist, wird jede einen Antrag stellende Hochschule oder Universität vom Prinz-Philippe-Fonds schriftlich benachrichtigt. Anschließend informiert diese Hochschule oder Universität ihre(n) Partner. Die Entscheidung der Jury ist unwiderruflich. Es findet kein Schriftwechsel bezüglich der Beratschlagung statt.

2. Dozenten

Durch die gemeinsame Erarbeitung von Lehrmitteln können Lektoren, Professoren und Dozenten aus Hochschulen und Universitäten der verschiedenen Gemeinschaften Belgiens ihren Sachverstand weitergeben und bündeln. Langfristig kann diese Zusammenarbeit auf die Ausarbeitung von gemeinsamem Kursmaterial, gemeinsamen Modulen und Lehrprogrammen sowie letzten Endes gar auf ein gemeinsames Diplom hinauslaufen.

Bedingungen

  • Die finanzielle Unterstützung richtet sich an Projekte, an denen Hochschulen oder Universitäten aus mindestens zwei Gemeinschaften des Landes beteiligt sind.
  • Die Lektoren, Dozenten und Professoren müssen pro akademisches Jahr mindestens drei eintägige Versammlungen organisieren, um an der Entwicklung von gemeinsamem Lehrmitteln zu arbeiten.
  • Das dabei erarbeitete Material kann sich sowohl an Studenten als auch an andere Zielgruppen richten: Erwachsene, Lehrer (Kindergarten, Primarschule, Sekundarschule), Schulleiter usw.
  • Diese Zusammenarbeitsprojekte können während zwei bis drei Jahren finanziert werden. Jedes Jahr ist ein neuer Antrag auszufüllen. Für das zweite oder dritte Jahr gelten die Ergebnisse des Vorjahres als wichtigstes Bewertungselement.

Finanzielle Unterstützung

Entsprechend der Zahl der teilnehmenden Hochschulen oder Universitäten erhalten die ausgewählten Projekte eine finanzielle Unterstützung von 1 500 bis  5 000 EUR:

  • Der Stipendiumsbetrag wird auf das Konto der beantragenden Hochschule oder Universität überwiesen.
  • Alle Hochschulen, Universitäten oder deren Abteilungen können einen Antrag einreichen.
  • Außerdem ist eine Zusammenarbeit zwischen drei Hochschulen oder Universitäten, also zwischen den drei Gemeinschaften möglich.

Weiterführende Auskünfte

Auf der Internetseite der König-Baudouin-Stiftung (s.u.) werden die in den Vorjahren ausgewählten Projekte vorgestellt.

Für allgemeine Fragen zu den vom Prinz-Philippe-Fonds unterstützten Austauschprojekten können Sie sich an das Kontaktzentrum der König-Baudouin-Stiftung wenden. Für spezifische Fragen setzen Sie sich bitte mit Frau Delphine Saudoyer in Verbindung.