Zwischenbericht April 2016

Im Mai 2015 veröffentlichte der Minister das Konzept. Ein Jahr später erscheint ein erster Zwischenbericht. Dieser beschreibt, wie sich die Überlegungen pro Thema entwickelt haben und verweist auszugsweise auf die internationale Bildungsdebatte.

Schulen sehen sich in unserer modernen Gesellschaft mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Sich diesen zu stellen und eine Antwort zu geben - darauf zielt das Programm „Gutes Personal für gute Schulen“ ab. Das Konzept umfasst die Leitlinien der Modernisierung des Dienstrechts. Über diese Eckpunkte und insbesondere ihre Ausgestaltung wurde und wird ein breiter und ergebnisoffener Dialog geführt.

Arbeitsgruppen und Themen

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Im Oktober 2015 bildeten sich drei Arbeitsgruppen. Sie zählen Vertreter der Schulträger und Schulleiter aus allen Netzen - sowohl aus dem Grundschul - als auch dem Sekundarschulbereich. Diese haben sich seither jeweils mit einem Themenkomplex befasst.

Eine Koordinierungsgruppe - bestehend aus Vertretern aller Netze sowie der Fachbereiche Unterrichtsorganisation und Pädagogik - hat die ersten Erkenntnisse aus den Arbeitsgruppen erhalten und begutachtet. Die Schwerpunktthemen der Arbeitsgruppen sehen wie folgt aus:

Ein ganzheitlicher Ansatz zur Aufwertung des Lehrerberufs umfasst: die proaktive Rekrutierung hochqualifizierter Bewerber; höhere Anforderungen in der Lehrerausbildung, um künftige Lehrer mit fundierten Fachkenntnissen und umfassender praktischer Erfahrung auszustatten; die Begleitung aller neuen Lehrkräfte; die Schaffung von Karrieremöglichkeiten und Führungsaufgaben für herausragende Lehrer sowie die Bereitstellung angepasster Angebote zur beruflichen Weiterbildung und Zusammenarbeit mit dem übergeordneten Ziel, das Potential jedes Schülers zu fördern. (ISTP 2015, Abschlussbericht)

  • Arbeitsgruppe A:
    • Modernisierung der Ämter
    • Modernisierung der Befähigungsnachweise (Titel)
    • Personalanwerbung
    • Laufbahnentwicklung
    • Vertretungspool
  • Arbeitsgruppe B:
    • Berufseinstieg
    • Laufbahngestaltung
    • Kollegiale Zusammenarbeit
    • Beurteilung
    • Weiterbildungen
  • Arbeitsgruppe C
    • Arbeitszeit (Deputat, Präsenzzeit, Jahresarbeitszeit)
    • Arbeitsorganisation (Teilzeitbeschäftigung, Urlaubsregelungen)

Themenkreis erweitert

Die bisherigen Gespräche in den Arbeitsgruppen und die Empfehlungen der Koordinierungsgruppe haben zu der Überzeugung geführt, dass es sinnvoll ist auch grundlegende Bildungsfragen zu erörtern, die einen Bezug zum Thema Dienstrecht haben. Diese Themen sind aber aus sich heraus diskussionswürdig und werden nicht deshalb aufgegriffen, weil sie diesen Bezug haben.

Als Beispiel können die Themen Unterrichtszeit und Taktung des Schuljahres dienen, die sich auf den Aspekt der Arbeitszeit auswirken. Um noch kohärenter zu werden, ist das ursprüngliche Konzept um Themen wie die Organisation des Schuljahres, die Unterrichtszeit, die Prüfungszeit und die Stellenzuteilung erweitert worden. Eine neue AG, die im April 2016 ihre Arbeit aufgenommen hat, befasst sich mit diesen Themen.

Der vorliegende Zwischenbericht umfasst nicht nur erste Schlussfolgerungen zu den gesetzten Themen, sondern auch weiterhin Fragestellungen, die noch nicht in den Arbeitsgruppen diskutiert wurden. Außerdem hat der Projektleiter den Zwischenbericht mit Erkenntnissen aus der internationalen Bildungsdebatte und –forschung angereichert und unterfüttert - darunter Feststellungen des Internationalen Gipfels zum Lehrerberuf und Ergebnisse der OECD-Lehrerstudie TALIS.

Die OECD-Lehrerstudie TALIS (Teaching And Learning International Survey) untersucht seit 2002 weltweit die Arbeitswelt der Lehrerinnen und Lehrer, um den Lehrerberuf attraktiver und die Tätigkeit der Pädagogen effektiver zu gestalten. Die letzte Untersuchung fand 2013 statt. 34 Länder haben teilgenommen. Befragt wurden 200 Schulen pro Land, 20 Lehrer pro Schule und ein Verantwortlicher pro Schule. Vor 2013 richtete sich die Befragung ausschließlich an die Lehrer der Unterstufe des Sekundarschulwesens; bei der Studie 2013 hatten die Staaten auch die Möglichkeiten Primarschullehrer und Lehrer der Oberstufe des Sekundarschulwesens einzubeziehen.