Diagnosephase – ein Beteiligungsprozess

Die Diagnose des Bildungssystems stellt die erste von drei Phasen zur Entwicklung einer Gesamtvision für das ostbelgische Bildungssystems dar. In einem ersten Schritt wird, im Rahmen einer Online-Umfrage und mehrerer Diskussionsforen, ein umfassendes Meinungsbild zu den aktuellen Stärken und Herausforderungen des Bildungssystems erhoben. Rund 3.800 Bildungsakteure und interessierte Bürger beteiligen sich. Hierzu gehören insbesondere Kindergärtner, Lehrer, Schüler, Schulleiter, Studierende sowie Vertreter zahlreicher außerschulischer Bildungseinrichtungen und der Wirtschaft. Im Fokus des Meinungs- und Erfahrungsaustauschs stehen insbesondere die Schule als Lern- und Arbeitsort, die Rahmenpläne und die Schulentwicklung sowie die mittelständische Ausbildung.

An die erste Etappe der Diagnosephase schließt sich in einem zweiten Schritt eine Wirksamkeitsanalyse an. Das erhobene Meinungsbild wird durch eine Expertensicht von außen ergänzt. Anhand von objektiven Vergleichsdaten anderer Bildungssysteme wird analysiert, wie effektiv, effizient und chancengleich das Bildungssystem in Ostbelgien ist.

Ergebnisberichte fassen die Erkenntnisse der Diagnosephase zusammen und geben weitere Empfehlungen. Die Berichte und Ergebnisse sind auf dieser Webseite in der Rubrik „Zwischenergebnisse“ veröffentlicht.

Projektverlauf in der Diagnosephase

Projektverlauf_in_der_Diagnosephase
(Quelle: VDI TZ, Chart vom 12.11.2019)

Die Diagnosephase in der chronologischen Übersicht

  • April 2019: Die Regierung beauftragt den externen Dienstleister VDI Technologienzentrum GmbH (VDI-TZ). VDI begleitet den Prozess für die erste Bestandsaufnahme im Rahmen der Diagnosephase. Das Beraterteam von VDI TZ startet, indem es bestehende Studien zum ostbelgischen Bildungssystem sichtet und eine umfangreiche Dokumentensammlung analysiert.
  • Mai bis August 2019: VDI TZ führt Experteninterviews mit den Schlüsselakteuren der Bildungsregion durch. Es werden potenzielle Handlungsfelder und Themenschwerpunkte identifiziert, die für das Bildungswesen in Ostbelgien besonders relevant sind. Diese Erkenntnisse fließen in einem Thesenpapier zusammen. Die Thesen bilden die Grundlage dafür, um die anschließende Online-Umfrage inhaltlich auszurichten.
  • 27. August bis 22. September 2019: 3.480 Eltern, Lehrer, Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter und engagierte Bürger füllen den umfangreichen Online-Fragebogen aus und formulieren ihre Ideen und Anregungen für eine zukunftsfähige Gestaltung des Bildungswesens in Ostbelgien.
  • Oktober 2019: In vier Diskussionsforen werden erste Auswertungsergebnisse der Online-Umfrage vorgestellt. Rund 110 Stakeholder der Bildungsregion nehmen die Gelegenheit wahr, während der Veranstaltungen Meinungen und Erfahrungen zu den Zwischenergebnissen der Online-Umfrage und einzelnen Themenschwerpunkten auszutauschen.
  • November 2019: Die Schlüsselakteure der Bildungsregion werden bei einem Rundtischgespräch aktiv in die Interpretation der Zwischenergebnisse eingebunden und geben ihre Statements ab.
  • Dezember 2019: In zwei öffentlichen Zukunftsforen in Eupen und St. Vith diskutieren rund 150 interessierte Bürger mit dem Minister für Bildung und Vertretern von Bildungseinrichtungen die Zwischenergebnisse der Diagnosephase.
  • Februar 2020: VDI TZ legt den Ergebnisbericht vor. Auf der Grundlage des von April 2019 bis Dezember 2019 erhobenen Meinungsbildes identifiziert VDI-TZ die Stärken und Herausforderungen des ostbelgischen Bildungssystems und formuliert konkrete Handlungsoptionen für die Zukunft.
  • Ab Sommer 2020: Das erhobene Meinungsbild wird durch eine Expertensicht von außen ergänzt. In Form einer auf objektiven Vergleichsdaten basierenden Wirksamkeitsanalyse soll festgestellt werden, wie effektiv, effizient und chancengleich das Bildungssystem in Ostbelgien ist.