Sachstand zum Projektfortschritt: Wo stehen wir?

Das Unterrichtswesen steht aktuell und zukünftig vor Herausforderungen. Ziel der Gesamtvision ist es, in diesem Kontext die Qualität der Bildungsangebote zu verbessern und die Bildungsgerechtigkeit in Ostbelgien nachhaltig zu gewährleisten. Hierbei stehen folgende Kernfragen im Fokus:

  • Vor welchen Herausforderungen steht das Bildungssystem in der Deutschsprachigen Gemeinschaft und mit ihm die Gesellschaft in Ostbelgien?
  • Welche Stärken und Schwächen sind derzeit im ostbelgischen Bildungswesen zu erkennen?
  • Welchen Anforderungen muss ein modernes Bildungssystem gerecht werden?
  • Auf welchen Werten beruht das ostbelgische Bildungswesen?

Hier erfahren Sie, was aktuell läuft, welche Initiativen noch bevorstehen und welche Etappen bereits erreicht wurden.

Aktuell

August – September 2019 - Online-Umfrage

Vom 27.08. bis zum 22.09. ist die breite Bevölkerung aufgerufen, sich eine anonymisierte Online-Umfrage daran zu beteiligen, die Weichen für die Gesamtvision für das Bildungswesen in Ostbelgien zu stellen.

Schüler, Auszubildende, Studenten, Eltern, Lehrer, Unternehmer, Vertreter der organisierten Zivilgesellschaft und alle interessierten Bürger können dem aktuellen Bildungssystem ein Zeugnis ausstellen. Die Ergebnisse werden ausgewertet und für den anschließenden Dialog mit Akteuren der Bildungsregion Ostbelgien aufbereitet.

Ausblick

Oktober – November 2019 – lokale Rundtischgespräche

Bei vier lokalen Rundtischgesprächen werden die Ergebnisse der Online-Befragung gemeinsam mit lokal verankerten Bildungsakteuren reflektiert und diskutiert.

Die vier Veranstaltungen finden im Norden und Süden statt und entsprechen der so genannten World-Café-Methode. Sie stellen das Bindeglied zwischen der breit angelegten Umfrage und den regionalen Experten dar.

Die Ergebnisse werden mit Schlüsselakteuren, die VDI zu Beginn interviewt hat, besprochen.

Dezember 2019 - Informations- und Diskussionsveranstaltungen für alle Akteure

In so genannten Zukunftsforen erhält die Öffentlichkeit Einblick in die Ergebnisse der Diagnosephase. Ende des Jahres liegt der Ergebnisbericht vor. 2020 fällt der Startschuss, um die Gesamtvision für das ostbelgische Bildungswesen konkret auszuarbeiten.

2020 - 2021

Ab 2020 wird es konkret - im Dialog mit den relevanten Akteuren. Im Fokus steht die Frage: Welche Ausrichtung soll das Bildungswesen in Ostbelgien in den kommenden 10 Jahren nehmen, um für identifizierten Herausforderungen gewappnet zu sein?

2021 - 2022

Die Gesamtvision bildet ab 2021 und in den Folgejahren den Kompass, um Schritt für Schritt Bildungsprojekte und -initiativen in den prioritären Handlungsfeldern zu verwirklichen.

Rückblick

Mai – Juli 2019 - Interviews mit Schüsselakteuren

Zunächst erfolgte eine intensive Dokumentenanalyse, u.a. von Konzepten und Stellungnahmen aus der Vorbereitungsphase des Regionalen Entwicklungskonzepts REK III, dem Projekt „Gesundes Personal für gesunde Schulen“ und zahlreichen Vergleichsstudien. Auf dieser Basis führte VDI Interviews mit zahlreichen Schüsselakteuren der ostbelgischen Bildungslandschaft durch. Die Ergebnisse bildeten die Basis, um die breitangelegte Meinungsumfrage umzusetzen.

April 2019 - Kick-Off zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber

Im April 2019 beauftragte die Regierung die VDI Technologiezentrum GmbH (VDI TZ) aus Düsseldorf. Am 6. April 2019 fand das Kick-Off zwischen dem Auftragnehmer, dem Minister für Bildung und den Projektverantwortlichen aus dem Ministerium statt. Gemeinsam vereinbarten sie den Zeitplan bis Ende 2019 und legten die einzelnen Projektschritte fest.

Kick-Off zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber

Am 6. April 2019 fand das Kick-Off zwischen der VDI Technologiezentrum GmbH, dem Minister für Bildung und wissenschaftliche Forschung sowie den Projektverantwortlichen aus dem Ministerium statt. Gemeinsam wurden der Zeitplan sowie der genaue Projektverlauf besprochen. Ferner wurden in Absprache die Schlüsselakteure bestimmt, mit denen VDI Interviews führen wird, um den Gesamteindruck, den das Projektteam aus einer umfassenden Dokumentenanalyse gewinnt, zu konkretisieren.

Dokumentenanalyse durch den Auftragnehmer

Am 10. April 2019 erhielt VDI eine umfassende Dokumentensammlung, die es dem Projektteam ermöglichen soll, sich in das ostbelgische Bildungssystem einzulesen und sich einen ersten Überblick zu verschaffen, bevor es in die Gespräche mit den Schlüsselakteuren und Stakeholdern geht.

Die Dokumentensammlung umfasst unter anderem die gesamte Vorarbeit zum REK III, d.h. die Stellungnahmen der organisierten Zivilbevölkerung und der Jugend sowie die Ergebnisse der Online-Kommentierung und der Bürgerforen zum Thesenpapier und insbesondere zum Projektvorschlag „Gesamtvision“. Ferner hat VDI alle Unterlagen aus dem Dialogprozess zum Thema „Gutes Personal für gute Schulen“ erhalten, darunter das Konzept, die Ergebnisse der Arbeitsgruppen sowie die Rückmeldungen aus den beiden Open-Space-Veranstaltungen. Zusätzlich beinhaltet die Sammlung Ergebnisse von pädagogischen Vergleichsstudien (z.B. Pisa), die Ergebnisse diverser Umfragen (z.B. Zufriedenheit), verschiedene Studien (z.B. Stundenkapitalsysteme), Regeltexte (z.B. das Grundlagendekret), Konzepte, Statistiken und Leitfäden (z.B. IKT, niederschwellige Förderung, Vermittlungsstatistik Lehrlinge und Schul-/Studienabgänger ) sowie zahlreiche Online-Quellen (z.B. Bildungsserver).

Interviews mit den Schlüsselakteuren

Zwischen dem 7. Mai 2019 und dem 2. Juli 2019 führte das Projektteam von VDI Interviews mit den gemeinsam mit dem Auftraggeber festgelegten Schlüsselakteuren. Dazu gehörten die Schulträger (FSU, OSU, GUW), Kaleido, das Zentrum für Förderpädagogik bzw. das Kompetenzzentrum, die Autonome Hochschule, das Institut für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand, die Schulinspektion, die Externe Evaluation, der Elternbund Ostbelgien, die Gewerkschaften sowie Vertreter der Schüler, Lehrlinge und des RDJ.

Alle Interviewpartner beantworteten Fragen zu den besonderen Alleinstellungsmerkmalen des ostbelgischen Bildungswesens sowie zu den künftigen Herausforderungen. Je nach Tätigkeitsfeld der Schlüsselakteure richtete VDI den Themenkreis entsprechend aus, wobei bestimmte Themen mit fast allen Gesprächspartnern diskutiert wurden: die Übergänge und die Zusammenarbeit der Akteure innerhalb des Schulsystems, die Mehrsprachigkeit, die Schuljahrestaktung, die Berufsberatung bzw. die Situation auf dem Arbeitsmarkt, der Beruf des Lehrers sowie Fragen der politischen Bildung.

Die Erkenntnisse aus diesen insgesamt 15 Interviews fasste das Projektteam in dem ersten Entwurf des Thesenpapiers zusammen und priorisierte sie nach Schwerpunkten.

Erstes Thesenpapier

Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Dokumentenanalyse und den Interviews mit den Schlüsselakteuren flossen in einem ersten Thesenpapier zusammen und erhielten eine Priorisierung. Der Erstentwurf ging Anfang Juli an den Auftraggeber. Gleichzeitig legte VDI den ersten Entwurf der Online-Umfrage vor. Inhalt und Struktur des Fragebogens orientieren sich an dem erarbeiteten Thesenpapier. Bis Ende Juli wird der Fragebogen gemeinsam mit dem Auftraggeber überarbeitet und weiter ausgestaltet.

Zu den im Thesenpapier festgehaltenen Schwerpunkten zählen u.a. die gemeinsamen Werte der Akteure, Fragen der Integration und Inklusion, die Themen Mehrsprachigkeit, politische Bildung und Berufsorientierung, die Zusammenarbeit der Akteure innerhalb des Systems, Fragen zum Lehrerberuf, pädagogische Grundlagen und Qualität sowie Fragen zur dualen Ausbildung. Als Stärken des ostbelgischen Bildungssystems hat VDI u.a. die Mehrsprachigkeit, die Integration von Migranten und die Lehrergesundheit identifiziert, als Schwächen u.a. häufige Klassenwiederholungen, einen Mangel an Schulleitern und einen nicht optimal an die Bedürfnisse angepassten organisatorischen Rahmen.

Online-Befragung aller Akteure

Mit einer Online-Befragung wird die Perspektive für die Diagnose des Bildungssystems erweitert. In dieser Umfrage sollen die breite Öffentlichkeit, insbesondere aber die Akteure im Bildungswesen (Personal im Unterrichtswesen, Eltern, Schüler, Studierende, Betriebe usw.) die im Thesenpapier aufgestellten Behauptungen einschätzen.

Alle Stakeholder sind Ende August aufgefordert, ihr Feedback zum aktuellen Stand und zur weiteren Entwicklung des ostbelgischen Bildungssystems zu geben, indem sie die im Fragebogen aufgestellten Thesen bewerten und kommentieren. Die Befragung ist anonym und die Ergebnisse werden statistisch und deskriptiv ausgewertet.

Reflektion der Ergebnisse und aktualisiertes Thesenpapier

Die Befragungsergebnisse werden aufbereitet und gemeinsam mit dem Auftraggeber reflektiert.

Vier Vor-Ort-Gespräche mit lokalen Stakeholdern

An vier unterschiedlichen Orten wird VDI mit den lokalen Stakeholdern Rundtischgespräche führen mit dem Ziel, die örtlichen Perspektiven in die Diagnose einzubinden. Zu den Stakeholdern gehören vor allem die Personalmitglieder der Schulen, die lokalen Vertreter der Schüler und Eltern sowie die lokalen Ausbildungszentren und -betriebe.

Reflektion der Ergebnisse und Erarbeitung eines Ergebnisberichts

Die Ergebnisse der Stakeholdergespräche werden ausgewertet und erneut mit dem Auftraggeber reflektiert. Anschließend werden die Ergebnisse des gesamten Dialogprozesses zusammengeführt und dienen der Ausarbeitung des Thesenpapiers zum Entwurf eines Ergebnisberichts.

Workshops mit den Schlüsselakteuren zum Entwurf des Ergebnisberichts

In Workshops wird der Entwurf des Ergebnisberichts den Schlüsselakteuren vorgestellt und anschließend mit ihnen diskutiert. Die Rückmeldungen der Schlüsselakteure bilden die Grundlage für die Überarbeitung des Entwurfs.

Informations- und Diskussionsveranstaltungen für alle Akteure

Im Rahmen zweier Großveranstaltungen wird die Studie in ihrem politischen Kontext einem breiten Publikum vorgestellt. Zielgruppe sind vor allem die Teilnehmer der Online-Befragung und die Stakeholder, die erneut aufgefordert sind, Feedback zu den Ergebnissen zu geben.

Finalisierung des Ergebnisberichts

Die Ergebnisse der Zukunftsforen bilden die Grundlage für die Finalisierung des Ergebnisberichts.

Vorstellung des Ergebnisberichts beim Auftraggeber

Der Ergebnisbericht der Diagnose des aktuellen Stands des Bildungssystems in der Deutschsprachigen Gemeinschaft wird dem Auftraggeber vorgestellt.