Sprachenprüfungsausschuss Deutsch

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Wenn Personalmitglieder nicht über einen gültigen Nachweis der erforderlichen sprachlichen Kompetenzen verfügen, können sie diesen vor dem Sprachenprüfungsausschuss erwerben. Dieser prüft, ob die Personalmitglieder des Unterrichtswesens die deutsche Sprache gründlich, ausreichend oder elementar beherrschen.

Verfahren

Personen ab 18 Jahren können sich kostenlos zur Prüfung einschreiben. Die Prüfungssitzung findet einmal jährlich im ersten Halbjahr statt und zwar frühestens 30 Tage nach der Veröffentlichung des Aufrufs. In der Regel erfolgt die Einschreibung im Januar.

Die Kandidaten müssen neben dem ordnungsgemäß ausgefüllten Einschreibeformular eine Abschrift des Studiennachweises einreichen. Sie müssen die Unterlagen per Einschreibebrief bis zu dem im Aufruf erwähnten Datum ans Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft senden. Grundlage der Prüfung über die gründliche, ausreichende oder elementare Beherrschung der deutschen Sprache ist der europäische Referenzrahmen für Sprachen (gründlich: B2, ausreichend: B1, elementar: A2).

Das Prüfungsprogramm und die -ordnung erhalten alle interessierten Personen auf Anfrage. Nach der Einschreibung werden sie allen Kandidaten ausgehändigt.

Die Prüfung umfasst vier Prüfungsteile: Hörverständnis, Leseverständnis, Schreiben und Sprechen.

Verfahren: schriftliche Prüfung

Die schriftliche Prüfung besteht aus drei Teilen, dauert maximal drei Stunden und findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt:

Hörverständnis:

  • Der Audio-Text ist dem Niveau der Prüfung angepasst.
  • Die Fragen werden vorher ausgehändigt.
  • Der Text wird zwei Mal abgespielt.
  • Die Aufgaben bestehen aus einer Mischung aus geschlossenen und offenen Fragen.

Leseverständnis:

  • Der Text ist dem Niveau der Prüfung angepasst.
  • Die Aufgaben bestehen aus einer Mischung aus geschlossenen und offenen Fragen.

Schreiben: Die Kandidaten verfassen ausgehend von einem aktuellen, dem Niveau angepassten Thema einen kurzen Text:

  • A2: ungefähr 100 Wörter
  • B1: ungefähr 150 Wörter
  • B2: ungefähr 250 Wörter

Verfahren: mündliche Prüfung

Die mündliche Prüfung dauert ungefähr 15 Minuten. Sie findet an einem anderen Termin statt und ist öffentlich. Auf Antrag des Kandidaten wird die Öffentlichkeit jedoch ausgeschlossen.

Der Kandidat wird gebeten, sich vorzustellen und auf eventuelle Rückfragen zu antworten. Außerdem zieht er zwei Fragen zu einem allgemeinen Thema, von denen er eine auswählen darf. Es gibt dafür 10 Minuten Vorbereitungszeit.

Verfahren: Ergebnisse

Das Ergebnis der Beratung im Prüfungsausschuss wird schriftlich festgehalten und in öffentlicher Sitzung bekannt gegeben. Die Kandidaten, die die Prüfung bestanden haben, erhalten ein Diplom.

Wer die Prüfung nicht besteht, erhält eine Begründung des Prüfungsausschusses. Außerdem können die Kandidaten auf Anfrage die sie betreffenden Prüfungsunterlagen einsehen. Dazu müssen sie innerhalb von zehn Tagen, nachdem die Prüfungsergebnisse bekanntgegeben wurden, einen Antrag an den Schriftführer richten.

Sie können innerhalb von 14 Tagen nach Bekanntmachung der Ergebnisse gegen die Entscheidung des Prüfungsausschusses Einspruch erheben. Er muss begründet sein und per Einschreiben ans Ministerium gehen (siehe Ansprechpartner).

Beurteilungskriterien

Die Prüfung über die gründliche Beherrschung der deutschen Sprache gilt als bestanden, wenn der Kandidat der Kompetenzstufe B2 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen genügt. Bedingung ist, dass er 60% in jedem Prüfungsteil erreicht hat.

Die Prüfung über die ausreichende Beherrschung der deutschen Sprache gilt als bestanden, wenn der Kandidat der Kompetenzstufe B1 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen genügt. Bedingung ist, dass er 60% in jedem Prüfungsteil erreicht hat.

Die Prüfung über die elementare Beherrschung der deutschen Sprache gilt als bestanden, wenn der Kandidat der Kompetenzstufe A2 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen genügt. Bedingung ist, dass er 50% in mindestens drei der vier Prüfungsteile sowie 50% im Durchschnitt aller Prüfungsteile erreicht hat.

Abwesenheit

Wer bei einer Prüfung abwesend ist, ohne sich vorher beim Schriftführer abgemeldet zu haben, wird von der nächsten Prüfungssitzung ausgeschlossen, wenn

  • der Kandidat nicht innerhalb von fünf Tagen ab dem Prüfungstag seine Abwesenheit ausführlich schriftlich begründet

  • der Kandidat eine ärztliche Bescheinigung einreicht

Der Vorsitzende entscheidet über die Annehmbarkeit der Begründung der Abwesenheit. Der Ausschluss wird dem Kandidaten schriftlich mitgeteilt.

Rechtliche Grundlage

  • Dekret vom 19. April 2004 über die Vermittlung und den Gebrauch der Sprachen im Unterrichtswesen

  • Erlass der Regierung vom 10. März 2005 zur Festlegung der Arbeitsweise der Sprachen-prüfungsausschüsse und der Durchführung der Prüfungen vor diesen Ausschüssen