Meinungsbild zur Schule als Lernort

Im Themenfeld „Schule als Lernort“ wurden im Dialog mit den Akteuren folgende Handlungsbedarfe identifiziert und Handlungsoptionen erarbeitet:

  • Schüler auf das Leben vorzubereiten und ihnen Kenntnisse zu vermitteln, um den Alltag zu bewältigen, dies passiert noch unzureichend. Um diese Aspekte im Unterricht zu berücksichtigen, solle mehr Zeit dafür eingeräumt werden.
  • Es wird kontrovers diskutiert, wie die Rahmenpläne Schwerpunkte für zu vermittelnde Kompetenzen und Lerninhalte setzen. Auch die nötigen Methoden, um die entsprechenden Ziele zu erreichen, stehen zur Diskussion. Insgesamt wird angeregt, in den Rahmenplänen verstärkt zu verankern, dass die individuellen Bedürfnisse der Schüler berücksichtigt werden.
  • Die Mehrsprachigkeit ist ein grundlegender Wert des ostbelgischen Bildungssystems. Es wird insgesamt ein veränderter Zugang zum Sprachunterricht erwartet, in dem das aktive Sprechen im Mittelpunkt steht. Dabei dürfe neben Französisch der Erwerb der englischen Sprache nicht aus den Augen verloren werden.
  • Schüler sollen individueller gefördert und deren einzelnen Bedürfnisse besser berücksichtigt werden. Dieser Wunsch erfordert ein systematisches Gesamtkonzept, um Schüler des gesamten Leistungsspektrums bestmöglich zu unterstützen.
  • Es gilt, die Schüler-Eltern-Lehrer Beziehung deutlich zu verbessern. Um einen inklusiven Erziehungs- und Bildungsprozess zu gewährleisten, müssen alle Akteure an einem Strang ziehen, gemeinschaftlich das Bildungssystem gestalten und darin teilnehmen. Aufgaben und Rollenzuweisungen befinden sich aktuell im Umbruch, bedürfen der gesellschaftlichen Aushandlung und sollen sich zukünftig in gesetzten und gelebten Strukturen widerspiegeln. Erziehung, Sozialisation und Wissens- und Kompetenzvermittlung sind insofern von allen Akteuren als Beziehungsarbeit zu verstehen.
  • Organisatorische Aspekte des Bildungssystems werden zwar von vielen Akteuren als angemessen wahrgenommen, ziehen aber in einzelnen Bereichen auch Kritik an und werden insgesamt sehr engagiert diskutiert. Gerade die Länge der Sommerferien und der Zeitpunkt der Nachprüfungen bedürfen einer kritischen Bestandsaufnahme.
  • Zeitliche Aspekte wie der Zeitaufwand für Prüfungen, Hausaufgaben, die tatsächliche Unterrichtszeit und die Vermeidung von generellen Zeitfressern stellen ein Querschnittsthema dar. Um diese zu optimieren, müssen gängige Praxen und Strukturen überdacht werden.